Welchen finanziellen Vorteil habe ich, wenn ich eine neue Sprache lerne?

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Das Erlernen einer Zweitsprache erfordert eine nicht unerhebliche Investitionsbereitschaft in puncto Zeit und Leidenschaft, aber es lohnt sich für diejenigen, die dran bleiben und nicht gleich das Handtuch werfen: Nicht nur, dass sich Fremdsprachenkenntnisse im Lebenslauf ausgesprochen gut machen – sie können auch dabei helfen, wertvolle (sowie nützliche) Beziehungen zu Kollegen oder Geschäftspartnern aufzubauen. Wenn Sie in einem internationalen Unternehmen Fortschritte machen wollen, es beabsichtigen, in einem internationalen Geschäftsumfeld noch stärker zu überzeugen oder Ihre Attraktivität für potenzielle neue Arbeitgeber zu steigern, dann können zusätzliche Sprachen den entscheidenden Unterschied ausmachen!

In einer global ausgerichteten Wirtschaft gewinnen Sprachkenntnisse zunehmend an Wert und sind oftmals der Schlüssel zu bestimmten Stellen. Wir haben 39 verschiedene Nationalitäten im Unternehmen und sprechen über 29 verschiedene Sprachen.“ Wendy Murphy, Senior HR Director bei LinkedIn EMEA.

Na dann lassen Sie uns doch gleich gemeinsam analysieren, welche Sprachen für Sie den größten Output in Ihrem Geschäftsleben liefern könnten…

In Zahlen gesprochen

Selbstverständlich sind die Vorteile einer Zweitsprache unbezahlbar! Wie Sie sich denken können, gab jedoch es bereits mehrere Versuche, um den realen Gegenwert dieses zusätzlichen Sprachwissens abzubilden. So kommt zum Beispiel eine Untersuchung von Wirtschaftswissenschaftler Albert Saiz (vom „Massachusetts Institute of Technology“) zu dem Schluss, dass sich der finanzielle Vorteil, der sich beispielsweise für amerikanische Bürger ergibt, wenn sie westeuropäische Sprachen beherrschen, in einem durchschnittlich 3% Prozent höheren Einkommen über die gesamte Berufslaufbahn hinweg zeigt (Quelle: financeandcareer.com).

Betrachtet man den Wert von Zweitsprachen für ganze Volkswirtschaften, so werden die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Mehrsprachigkeit noch deutlicher. In einem Artikel der britischen Zeitung The Economist wurden Orte wie Luxemburg, Singapur und die Schweiz beispielhaft genannt, um zu veranschaulichen, zu welch einem starken Wirtschaftswachstum Mehrsprachigkeit über viele Generationen hinweg führen kann. Gleichzeitig schätzte Wirtschaftswissenschaftler James Foreman-Pec die Verluste, welche die britischen Wirtschaft jährlich mangels gut ausgebildeter Fremdsprachenkenntnisse verzeichnen muss, auf 48 Milliarden Pfund.

Schärfen Sie Ihr Profil für potenzielle Arbeitgeber

Sprachen können unter bestimmten Umständen bereit der ausschlaggebende Grund genug sein, eine Person zu beschäftigen. Dies gilt insbesondere, wenn Sie eine Sprache beherrschen, die an dem Ort, an dem Sie leben und arbeiten, knapp und lukrativ ist. Zum Beispiel ist in Europa und Nordamerika von großem Vorteil, wenn man Chinesisch beherrscht – skandinavische Sprachkenntnisse bringen fast überall auf der Welt Vorteile mit sich. Und der Arbeitgeber ist in der Regel bereit, viel in eine Person zu investieren, sofern sie sich flüssig in einer für das Geschäft wichtigen Sprache verständigen kann.

Selbst wenn Sie keine besonders ungewöhnliche Zweitsprache sprechen, verdoppeln Sie möglicherweise Ihren Wert für ein internationales Unternehmen. Macht Sinn: Wenn Sie das, was Sie in Ihrem Beruf tun, in zwei Sprachen umsetzen können, sind Sie – potenziell – doppelt so wertvoll!

Darüber hinaus zeigen Sie, dass Sie Verständnis und Sensibilität für eine andere Kultur mitbringt, oder es zumindest leicht fällt, in diese einzutauchen. Auch diese Kompetenzen haben durchaus einen ökonomischen Wert. So stellt Ben Voyer von der „ESCP Europe Business School in London“ in seinem Forbes Report zum Sprachenlernen fest: „Unternehmen wollen Menschen, die in multinationalen Teams in verschiedenen Sprachen kommunizieren können. Menschen, die bereit und in der Lage sind, die Sichtweisen anderer zu verstehen.“

Globalisierung ist nicht nur mit dem Englischen verknüpft

Erst vor kurzem sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk scherzhaft: „Langsam aber sicher verliert Englisch in Europa an Bedeutung“. Vielleicht mag das das Wunschdenken eines polnischen Politikers sein, aber vielleicht ist da ein Funken Wahrheit in der Vorstellung, dass Englisch nicht die einzige globale Sprache der Zukunft sein wird. Selbst wenn mittlerwiele immer mehr Menschen Fremdsprachen lernen, gehen einige Schätzungen davon aus, dass aktuell nur 30% der Weltbevölkerung Englisch sprechen. Viele der größten Volkswirtschaften sind von Menschen aufgebaut worden, die keine oder nur sehr geringe Englischkenntnisse besitzen. Überlegen Sie mal, welche Möglichkeiten wohl allein hier noch in Handel und Kommerz liegen…

Weil sich die Dynamik des Welthandels verschiebt, wird Mehrsprachigkeit in Zukunft bestimmt noch wichtiger sein, als jemals zuvor. Dabei geht es nicht nur darum, nun so schnell wie möglich Chinesisch zu lernen, sondern auch darum, Ihre Qualifikationen insgesamt zu verbessern und Anpassungsfähigkeit an eine immer globaler werdende Welt zu zeigen!

Welche Sprache hat den größten finanziellen Nutzen?

Trotz all der genannten Entwicklungen, ist Englisch weltweit noch immer die Sprache mit dem höchsten unternehmerischen Wert. Wenn Sie noch kein Englisch sprechen, dann wird Ihnen das Englischlernen vermutlich Zugang zu völlig neuen Möglichkeiten überall auf der Welt bieten.

Die meisten Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass nach Englisch die Sprachen Spanisch, Französisch und Mandarin-Chinesisch den größten geschäftlichen Nutzen haben. Auch in einer Studie des Weltwirtschaftsforums wurden Sprachen nach ihrer Zweckmäßigkeit in der Arbeitswelt geordnet und sogar in einer Top-Ten-Liste aufgeführt, die sich auf jene Sprachkenntnisse bezieht, die für den Großteil der Menschen weltweit die meisten Vorteile bringen. Die ersten drei Plätze dieser Studie belegten erwartungsgemäß Englisch, Chinesisch und Französisch.

Wie wählt man eine Sprache, die einem größtmögliche Vorteile bringt?

Natürlich sollte man trotz aller Studien nicht vergessen, dass der „Wert“ einer Sprache in der Realität natürlich sehr davon abhängt, wo man lebt und in welcher Branche man arbeitet. Denn wenn Sie sich für eine neue Sprache entscheiden würden, die ausschließlich auf wirtschaftlichen Vorteilen basiert, müssten Sie natürlich auch abwägen, wie denn überhaupt das Angebot und die Nachfrage an dieser Sprache in Ihrer Region sind. Zum Beispiel legt die Albert Saiz zitierende These in The Economist dar, dass Spanisch vielleicht nicht die beste Wahl alss Fremdsprache ist, wenn Sie ohnehin schon in einem Gebiet mit vielen Hispanics leben, da Sie wahrscheinlich nicht in der Lage sein werden, mit den vielen Muttersprachlern zu konkurrieren. Wählen Sie stattdessen lieber eine Sprache, die nicht so oft gesprochen wird, aber von lokalen Arbeitgebern stark nachgefragt ist, um die höchsten Erträge aus Ihrer Sprachinvestition zu erzielen.

Haben SIe bereits in eine Zweitsprache investiert? Hat sich dieses Investment schon ausgezahlt? Teilen Sie Ihre Erfahrungswerte gerne in der Kommentarfunktion mit uns!

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Über die Autorin Simon Goodall