Was sind tonale Sprachen?

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Tonale Sprachen sind Sprachen, in denen Ton und Aussprache zusammenwirken, um Bedeutung zu vermitteln.

Mit anderen Worten: Die Aussprache eines Wortes ist komplexer und hat Auswirkungen auf dessen Bedeutung. In einigen tonalen Sprachen liegt die Betonung auf einer einzigen Silbe, was die Bedeutung des Wortes völlig verändern kann.

Schauen wir uns die Grundlagen an:

  • Was sind Töne?
  • Was sind die bekanntesten tonalen Sprachen?
  • Wie kann ich eine tonale Sprache lernen?

Was sind Töne?

Sie können sich den Ton als die Tonlage/Tonhöhe einer bestimmten Silbe vorstellen. Wird die Silbe beispielsweise in einer höheren Tonlage ausgesprochen, hat das Wort eine andere Bedeutung, als wenn sie in einer tieferen Tonlage betont wird.

Welche Sprachen sind tonal?

Mandarin

Mandarin wird weltweit von mehr als 1,1 Milliarden Menschen gesprochen und ist eines der wohl bekanntesten Beispiele für tonale Sprachen.

In Mandarin kann der Ton die Bedeutung eines Wortes völlig verändern. Beispielsweise klingen die Wörter für „Pferd“ (馬) und „Mutter“ (媽) ähnlich – beides sind Variationen von „ma“ –, aber ihre individuellen Tonfälle/Flexionsformen führen zu zwei sehr unterschiedlichen Bedeutungen. 

Mandarin hat vier Haupttöne, darunter einen gleichmäßigen Ton (píng), einen aufsteigenden Ton (shàng), einen absteigenden Ton (qù) und einen Schlusston (rù). Diese Töne sind „betont-getaktet“, d. h. die betonten Silben eines Wortes werden in regelmäßigen Abständen ausgesprochen. 

Ein Beispiel für die tonale Aussprache von Mandarin sehen und hören Sie in diesem Video, in dem es um die Aussprache von „Hallo“ geht:

Punjabi

Weltweit sprechen rund 117 Millionen Menschen Punjabi, vor allem in Indien und Pakistan.

Punjabi hat drei Töne: hoch-fallend, tief-steigend und gleichmäßig. Letzterer wird auch als neutraler Ton bezeichnet. Etwa 75 % der Wörter in Punjabi verwenden die neutrale Tonlage, die auch als tonlos bezeichnet werden kann. 

Zwar ist auch Punjabi eine tonale Sprache, sie verwendet jedoch nicht so viele unterschiedliche Töne wie z. B. Mandarin.

Vietnamesisch

77 Millionen Menschen weltweit sprechen Vietnamesisch, überwiegend in Vietnam. 

Vietnamesisch umfasst insgesamt sechs Töne, von denen jeder einzelne die Bedeutung eines Wortes verändern kann. Diese sechs Töne variieren in Tonhöhe, Länge und Form – je nachdem mit welcher Intensität Sie Ihre Stimmbänder anspannen. Aufgrund dieser Variationen klingt Vietnamesisch besonders melodisch.

Obwohl Vietnamesisch eine tonale Sprache ist, wird sie im Silbentakt und nicht im Betonungstakt ausgesprochen. Das hat zur Folge, dass Sie für jede Silbe eines Wortes etwa die gleiche Zeit zum Aussprechen benötigen.

In geschriebener Form nutzt Vietnamesisch diakritische Zeichen, die Sie bei der Aussprache unterstützen und größtenteils durch Symbole dargestellt werden, die dem jeweiligen Laut entsprechen.

Und viele mehr

Es gibt noch viele weitere tonale Sprachen! Dazu zählen unter anderem Folgende:

  • Kantonesisch
  • Thailändisch
  • Igbo
  • Yòrúba
  • Zulu 
  • Navajo

Insgesamt sprechen weltweit mehr als 1,5 Milliarden Menschen eine tonale Sprache. 

Es gibt auch eine Reihe von akzentuierten Sprachen, die im Gegensatz zu tonalen Sprachen in der Regel nur zwei Töne benutzen (z. B. einen hohen und einen tiefen Ton). Zu den Sprachen mit Tonhöhenakzent zählen unter anderem:

  • Japanisch
  • Schwedisch
  • Norwegisch
  • Tagalog

Ist Englisch eine tonale Sprache? 

Englisch ist keine tonale Sprache. Als englischer Muttersprachler haben Sie aber wahrscheinlich schon einmal mit dem Tonfall gespielt, zum Beispiel wenn Sie eine Frage gestellt haben. Die ansteigende Intonation am Ende des Satzes signalisiert, dass Sie nach einer Antwort suchen.

Überlegen Sie, wie Sie zum Beispiel Folgendes sagen würden: „Gehen wir ins Kino!“ im Gegensatz zu „Gehen wir ins Kino?“.

Im Englischen kommt der Tonfall oft auch bei der Vermittlung von Emotionen ins Spiel. Von Klagen bis hin zu Hochgefühlen kann alles über den Tonfall zum Ausdruck gebracht werden.

Zu beachten gilt hierbei, dass der Tonfall in tonalen Sprachen nicht in erster Linie dazu dient, Fragen oder Gefühle zu vermitteln. Sie sind vielmehr ein wesentlicher Bestandteil jedes einzelnen ausgesprochenen Wortes.

Wie kann ich eine tonale Sprache lernen?

Wenn Sie eine tonale Sprache lernen, ist es am wichtigsten, dass Sie sich die Aussprache der neu gelernten Wörter genau anhören. Entscheidend ist auch, dass Sie sich darin üben, jedes Wort laut auszusprechen und die spezifische Intonation so gut wie möglich nachahmen.

Im Kern geht es darum, sich den Klang und die Rhythmik der Sprache anzueignen, während Sie Ihren Wortschatz kontinuierlich erweitern.

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Während Sie sich Ihre neue Sprache anhören, haben Sie zur Übung die Möglichkeit, jedes Wort und jeden Ton laut auszusprechen. Im Anschluss vergleicht die TruAccent-Sprachmaschine von Rosetta Stone Ihre Stimme mit der von Muttersprachlern und gibt Ihnen sofortiges Feedback zu Ihrer Aussprache. Auf diese Weise können Sie sich sicher sein, dass Ihre tonale Aussprache authentisch ist und Sie sich klar und deutlich ausdrücken.

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Autorin: Marisa Serrano

Marisa ist Bildungsautorin. Derzeit vertieft sie ihr Spanisch und lernt mithilfe von Rosetta Stone Hindi.

Über den Autoren Evgenii Kirillov

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